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Damals

13
Nov
2009

An Prinzessin Amalie

Zu meiner Schwester flieg' behende,
Nach Magdeburg, mein Lied, und sag',
Nun gehe bald der letzte Tag
Von ihrer dritten Flucht zu Ende.
Die stolze Trias, die mich einst verfemt,
Scheint zu verröcheln und wird zahm; das Heer
Des Allerchristlichsten, besiegt, gelähmt,
Vom Rausch ernüchtert, sucht das Weite;
Nie werden seine Lilien mehr
Des Reiches Adlern wehn zur Seite.
Zwar nach dem Abfall dieser Horden
Will unversöhnlich Ungarns Königin
Aus Hochmut, Ehrsucht, Eigensinn,
Vereinend mit der Herrscherin im Norden
Die Eisenrüstung und den Eisenwillen,
Die Walstatt abermals mit Blut
Rot färben, um voll Tigerwut
Des Todes nie gelöschten Durst zu stillen.
Doch unser Flehn wird das Geschick erweichen;
Ein Spiel der Wogen und der Sturmgewalt,
Wird unser schwankes Fahrzeug bald
Auf glatter Bahn den sichern Port erreichen.
Doch wieviel Mühsal kostet noch dies Jahr,
Bevor am Glückstag, den wir heiß ersehnen,
Der Friede freudenvoll auf immerdar
Verscheuchen wird die Seufzer und die Tränen!

Friedrich der Große, 1760

3
Nov
2009

Hubert von Maastricht

Heiliger_Hubert




geboren: um 655 in Toulouse
gestorben: 30.05.727 in Tervueren


Hubert von Maastricht war der Sohn des Herzogs von Toulouse. Er lebte zunächst als Pfalzgraf in Paris, ging dann aber an den Hof von Pippin dem Mittleren nach Metz, wo er bald die Prinzessin von Löwen heiratete. Nach dem frühen Tod seiner geliebten Frau, die bei der Geburt des ersten Sohnes starb, zog er sich voller Verzweiflung in die Einsamkeit der Wälder der Ardennen zurück. Hier lebte er als Einsiedler sieben Jahre lang, in denen er sich fast ausschließlich von der Jagd ernährte. In dieser Zeit festigte sich sein Glauben mehr und mehr, so dass er sich schließlich zum Priester weihen ließ. Fortan wirkte er als Missionar in Brabant und den Ardennen. Um 705 wurde er zum Bischof von Maastricht gewählt. Im Jahre 716 verlegte er den Bischofssitz von Maastricht nach Lüttich, wo er bald die Kathedrale errichtete. Mit seinem milden und umsichtigen Wesen genoss er bei seinen Mitmenschen hohes Ansehen. Bei einer Hungersnot soll er Tausende Menschen vor dem Tod gerettet haben. Seit dem späten Mittelalter wird aus seiner Zeit als Einsiedler die Legende vom Jäger Hubertus erzählt, der bekehrt wurde, als ihm einst ein mächtiger Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih erschienen sein soll. Hubertus ist Patron des Bistums Lüttich, der Ardennen, Patron der Jäger, Förster, Schützenvereinigungen, der Büchsenmacher, Metallarbeiter, Gießer, Drechsler, Metzger, Kürschner, der Mathematiker, Optiker und der Jagdhunde. Insbesondere wurde er als Schutzheiliger gegen Hundebiss, Tollwut und Schlangenbiss angerufen.

30
Okt
2009

Die Mythologie der Genien

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Wandgemälde, Römermuseum Xanten


Wie die Griechen ihre Dämonen, so hatten die Römer ihre Genien. Im Allgemeinen waren es Schutzgeister, die den Menschen auf der rauhen Lebensbahn geleiteten, ihn behüteten und rettend durch Drangsale und Gefahren führten. Die Genien der römischen Frauen hießen Junonen, die Sclaven schwuren bei dem Genius ihrer Herren, die Sclavinnen bei dem ihrer Gebieterin. Dem guten, weißen Genius stand ein böser, der schwarze Genius gegenüber, welchem der kleingläubige Mensch das Mißgeschick, welches ihn betroffen, und das häufig aus seiner eigenen, kurzsichtigen Handlungsweise hervorging, gern und um einen Trost oder eine Selbstentschuldigung zu finden, beimaß. Der Glaube an Genien entstand aus der Ahnung einer allwaltenden, helfenden und strafenden Gottheit, die menschliche Phantasie suchte diese Ahnung zu personifiziren. War Jemand vom Pfade der Tugend gewichen, hatte er das Selbstvertrauen, das richtige Ziel verloren, so sagte man: sein guter Genius ist von ihm gewichen. Es ist dieser Glaube der Alten bei uns in den Sprachgebrauch übergegangen, wir sprechen von einem Genius der leidenden Menschheit, von dem Genius der Freundschaft und Liebe, von dem bösen Genius, der den Menschen zur Unthat verführt etc. Der Genius unserer Thaten und Begegnisse aber ist der eigene Wille, die Verblendung, der Zufall, das Walten des Geschickes. – Die Alten verkörperten die Genien, und wir sehen sie als geflügelte Knaben, gleich den Amoretten, oder als Jünglinge in Sterngewändern, mit Blumen geschmückt, abgebildet. Schon Sokrates lehrte das Dasein eines guten und bösen Genius; er behauptete, sein Genius sei ihm sichtbar erschienen und habe ihm alle die Weisheitslehren, die er verbreitete, offenbart. Wahrscheinlich wollte Sokrates durch seinen Genius nichts Anderes andeuten, als was wir noch heute Genius nennen; die den Begabten inwohnende Veredlung und Vervollkommnung unserer intellectuellen Wesenheit, das Ausströmen jenes in uns thätigen, gottgebornen Geistes, der den Künstler für seine Ideale entflammt und uns in der schwachen Menschenhülle Werke[378] der Unsterblichkeit vollbringen läßt, den Gott in uns, ohne den wir den Gott außer uns nie empfinden und erkennen lernen. Die Genien der Muhamedaner Genn oder Gien sind Wesen, minder mächtig als Engel und Teufel, Schutzgeister mit ätherischen Leibern, feuergeboren, die Gott vor Adam erschuf und mit denen er die Erde bevölkerte, bis sie später nach Ginnistan, dem persischen Dschinnistan (das selige Feen- und Zauberland) versetzt wurden.