7
Nov
2009

So trollen wir uns ganz fromm und sacht - Zupfgeigenhansel

babsi-083
Carl Mikael Bellman, 1740-1795

So trollen wir uns ganz fromm und sacht
Von Weingelag und Freudenschmaus,
Wenn uns der Tod ruft: Gute Nacht,
Dein Stundenglas rinnt aus.
Wer heut noch frech den Schnabel wetzt
Und glaubt ein großer Herr zu sein:
Paß auf, der Schreiner hobelt jetzt
Schon grad? an deinem Schrein!
Scheint das Grab dir tief und dumpf sein Druck,
A la vot, so nimm noch einen Schluck
Und noch einen hinterher,
Gleich noch zwei, dreie mehr,
Dann stirbst du nicht so schwer.

Wer nach des andern Liebster schielt
Und hält sich noch als Nobelmann
Paß auf! dem Spielmann, der dir spielt,
Springst du ins Grab voran.
Und du, der blind vor Eifersucht
Zerschmiß einst jedes Glas im Saal
Wenn dich der Tod im Bett besucht
Lang lebe dein Rival!
Scheint das Grab dir tief und dumpf sein Druck
A la vot, und nimm noch einen Schluck
Und noch einen gleich dabei
Und noch zwei und manchmal drei
Dann stirbst du sorgenfrei.

Was hilfts, wenn du vor Wut ausspuckst:
Der Tod ist keiner Münze feil
Bei jedem Schlückchen, das du schluckst,
Schluckt schon der Wurm sein Teil
Ob nied'res Pack, ob hohe Herrn,
Am Ende sind wir Brüder doch
Dann leuchtet uns der Abendstern
Ins gleiche finstre Loch.
Doch scheint das Grab dir tief und dumpf sein Druck
A la vot, und nimm noch einen Schluck
Und noch einen hinterher
Und noch zweie, dreie mehr
Dann stirbst du nicht so schwer.

6
Nov
2009

Wahre Freundschaft soll nicht wanken

Zutphen-096


Wahre Freundschaft soll nicht wanken,
wenn sie gleich entfernet ist;
lebet fort noch in Gedanken
und der Treue nicht vergißt.

Keine Ader soll mir schlagen,
da ich nicht an dich gedacht;
ich will für dich Sorge tragen
bis zur späten Mitternacht.

Wenn der Mühlstein traget Reben
und daraus fließt kühler Wein;
wenn der Tod mir nimmt das Leben:
hör ich auf dir treu zu sein...

Volksweise, mündlich überliefert

4
Nov
2009

Für Paula

Middelburg-042
Youth of Today
Amy Macdonald

Maybe if you were some spearheaded guy
I would listen to what you have to say
But you're just some incapable figure
Thinking you're bigger than me, but you're not
Yet you don't know a thing about the youth of today
Stating your opinion making it ring in my head all day

And you say,
"My children weren't the same"
"My children's children they're the ones to blame"
And you say,
"In my day we were better behaved"
But it's not your day no more...

And we are the youth of today
Change our hair in every way
And we are the youth of today
We'll say what we wanna say
And we are the youth of today
Don't care what you have to say at all

And maybe if you had a true point of view
I would listen to you
But it's just your one sided feelings
They keep getting in my way
And you don't know a single thing about the youth of today
Stating your opinion making it ring in my head all day

And you say,
"My children weren't the same"
"My children's children they're the ones to blame"
And you say,
"In my day we were better behaved"
But it's not your day no more...

And we are the youth of today
Change our hair in every way
And we are the youth of today
We'll say what we wanna say
And we are the youth of today
Don't care what you have to say at all

And you say,
"My children weren't the same"
"My children's children they're the ones to blame"
And you say,
"In my day we were better behaved"
But it's not your day no more...

And we are the youth of today
Change our hair in every way
And we are the youth of today
We'll say what we wanna say
And we are the youth of today
Don't care what you have to say at all

3
Nov
2009

Hubert von Maastricht

Heiliger_Hubert




geboren: um 655 in Toulouse
gestorben: 30.05.727 in Tervueren


Hubert von Maastricht war der Sohn des Herzogs von Toulouse. Er lebte zunächst als Pfalzgraf in Paris, ging dann aber an den Hof von Pippin dem Mittleren nach Metz, wo er bald die Prinzessin von Löwen heiratete. Nach dem frühen Tod seiner geliebten Frau, die bei der Geburt des ersten Sohnes starb, zog er sich voller Verzweiflung in die Einsamkeit der Wälder der Ardennen zurück. Hier lebte er als Einsiedler sieben Jahre lang, in denen er sich fast ausschließlich von der Jagd ernährte. In dieser Zeit festigte sich sein Glauben mehr und mehr, so dass er sich schließlich zum Priester weihen ließ. Fortan wirkte er als Missionar in Brabant und den Ardennen. Um 705 wurde er zum Bischof von Maastricht gewählt. Im Jahre 716 verlegte er den Bischofssitz von Maastricht nach Lüttich, wo er bald die Kathedrale errichtete. Mit seinem milden und umsichtigen Wesen genoss er bei seinen Mitmenschen hohes Ansehen. Bei einer Hungersnot soll er Tausende Menschen vor dem Tod gerettet haben. Seit dem späten Mittelalter wird aus seiner Zeit als Einsiedler die Legende vom Jäger Hubertus erzählt, der bekehrt wurde, als ihm einst ein mächtiger Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih erschienen sein soll. Hubertus ist Patron des Bistums Lüttich, der Ardennen, Patron der Jäger, Förster, Schützenvereinigungen, der Büchsenmacher, Metallarbeiter, Gießer, Drechsler, Metzger, Kürschner, der Mathematiker, Optiker und der Jagdhunde. Insbesondere wurde er als Schutzheiliger gegen Hundebiss, Tollwut und Schlangenbiss angerufen.

2
Nov
2009

Allerseelen

Rekken-051

Ob wohl die Toten im Grabe nichts spüren?
Ob sie nicht dürsten, ob sie nicht frieren…
Ahnen sie nichts mehr von Freude und Trauer,
Sind sie so leblos wie Mörtel und Mauer,
Die ja so meint man, wie Wolke und Wind
- Weiß man es wirklich? – empfindungslos sind.
Sehnen sich Tote nie mehr nach dem Einst?
Wissen sie gar nicht, daß du um sie weinst,
Laut um sie klagst in den sternhellen Nächten,
Mit ihnen bist in den finsteren Schächten,
Wo sie nun liegen mit Erde und Wurm.

In meinen Träumen läutet es Sturm,
Schlägt´s an mein Fenster, rasselt´s an Türen.
- Ob wohl die Toten im Grabe nichts spüren?

Mascha Kaléko

31
Okt
2009

Soul Cake - Sting

fietstour-148
A soul cake, a soul cake,
Please, good missus, a soul cake,
An apple, a pear, a plum or a cherry,
Any good thing to make us all merry.
A soul cake, a soul cake,
Please, good missus, a soul cake,
One for Peter, two for Paul,
And three for Him that made us all.
God bless the master of this house
And the mistress also,
And all the little children
That round your table grow;
The cattle in your stable,
The dogs at your front door,
And all that dwell within your gates
We’ll wish you ten times more.
A soul cake, a soul cake…
Go down into the cellar
And see what you can find;
If the barrels are not empty
We’ll hope that you’ll be kind;
We’ll hope that you’ll be kind
With your apple and your pear,
And we’ll come no more a-soulin’
Till Christmas time next year.
A soul cake, a soul cake…
The streets are very dirty,
Me shoes are very thin,
I have a little pocket
To put a penny in;
If you haven’t got a penny
A ha’penny will do;
If you haven’t got a ha’penny
God bless you.
A soul cake, a soul cake…

30
Okt
2009

Die Mythologie der Genien

DSCF0160
Wandgemälde, Römermuseum Xanten


Wie die Griechen ihre Dämonen, so hatten die Römer ihre Genien. Im Allgemeinen waren es Schutzgeister, die den Menschen auf der rauhen Lebensbahn geleiteten, ihn behüteten und rettend durch Drangsale und Gefahren führten. Die Genien der römischen Frauen hießen Junonen, die Sclaven schwuren bei dem Genius ihrer Herren, die Sclavinnen bei dem ihrer Gebieterin. Dem guten, weißen Genius stand ein böser, der schwarze Genius gegenüber, welchem der kleingläubige Mensch das Mißgeschick, welches ihn betroffen, und das häufig aus seiner eigenen, kurzsichtigen Handlungsweise hervorging, gern und um einen Trost oder eine Selbstentschuldigung zu finden, beimaß. Der Glaube an Genien entstand aus der Ahnung einer allwaltenden, helfenden und strafenden Gottheit, die menschliche Phantasie suchte diese Ahnung zu personifiziren. War Jemand vom Pfade der Tugend gewichen, hatte er das Selbstvertrauen, das richtige Ziel verloren, so sagte man: sein guter Genius ist von ihm gewichen. Es ist dieser Glaube der Alten bei uns in den Sprachgebrauch übergegangen, wir sprechen von einem Genius der leidenden Menschheit, von dem Genius der Freundschaft und Liebe, von dem bösen Genius, der den Menschen zur Unthat verführt etc. Der Genius unserer Thaten und Begegnisse aber ist der eigene Wille, die Verblendung, der Zufall, das Walten des Geschickes. – Die Alten verkörperten die Genien, und wir sehen sie als geflügelte Knaben, gleich den Amoretten, oder als Jünglinge in Sterngewändern, mit Blumen geschmückt, abgebildet. Schon Sokrates lehrte das Dasein eines guten und bösen Genius; er behauptete, sein Genius sei ihm sichtbar erschienen und habe ihm alle die Weisheitslehren, die er verbreitete, offenbart. Wahrscheinlich wollte Sokrates durch seinen Genius nichts Anderes andeuten, als was wir noch heute Genius nennen; die den Begabten inwohnende Veredlung und Vervollkommnung unserer intellectuellen Wesenheit, das Ausströmen jenes in uns thätigen, gottgebornen Geistes, der den Künstler für seine Ideale entflammt und uns in der schwachen Menschenhülle Werke[378] der Unsterblichkeit vollbringen läßt, den Gott in uns, ohne den wir den Gott außer uns nie empfinden und erkennen lernen. Die Genien der Muhamedaner Genn oder Gien sind Wesen, minder mächtig als Engel und Teufel, Schutzgeister mit ätherischen Leibern, feuergeboren, die Gott vor Adam erschuf und mit denen er die Erde bevölkerte, bis sie später nach Ginnistan, dem persischen Dschinnistan (das selige Feen- und Zauberland) versetzt wurden.

29
Okt
2009

Es lohnt sich doch

Es lohnt sich doch, ein wenig lieb zu sein
Und alles auf das Einfachste zu schrauben.
Und es ist gar nicht Großmut zu verzeihn,
Daß andere ganz anders als wir glauben.
Und stimmte es, daß Leidenschaft Natur
Bedeutete im guten und im bösen,
Ist doch ein Knoten in dem Schuhband nur
Mit Ruhe und mit Liebe aufzulösen.


Joachim Ringelnatz, 1883-1934

Damals
Gedichte
Songtexte
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren