12
Okt
2006

"Love Is The Seventh Wave"

In the empire of the senses
You're the queen of all you survey
All the cities all the nations
Everything that falls your way
There is a deeper wave than this
That you don't understand
There is a deeper wave than this
Tugging at your hand

Every ripple on the ocean
Every leaf on every tree
Every sand dune in the desert
Every power we never see
There is a deeper wave than this
Swelling in the world
There is a deeper wave than this
Listen to me girl

Feel it rising in the cities
Feel it sweeping over land
Over borders, over frontiers
Nothing will its power withstand
There is no deeper wave than this
Rising in the world
There is no deeper wave than this
Listen to me girl

All the bloodshed, all the anger
All the weapons, all the greed
All the armies, all the missiles
All the symbols of our fear
There is a deeper wave than this
Rising in the world
There is a deeper wave than this
Listen to me girl

At the still point of destruction
At the centre of the fury
All the angels, all the devils
All around us can't you see
There is a deeper wave than this
Rising in the land
There is a deeper wave than this
Nothing will withstand

I say love is the seventh wave

STING

10
Okt
2006

Anna Blume

16500341
An Anna Blume

Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, ---- wir?
Das gehört beiläufig nicht hierher!
Wer bist Du, ungezähltes Frauenzimmer, Du bist, bist Du?
Die Leute sagen, Du wärest.
Laß sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.
Du trägst den Hut auf Deinen Füßen und wanderst auf die Hände,
Auf den Händen wanderst Du.
Halloh, Deine roten Kleider, in weiße Falten zersägt,
Rot liebe ich Anna Blume, rot liebe ich Dir.
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, ----- wir?
Das gehört beiläufig in die kalte Glut!
Anna Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute?
Preisfrage:
1. Anna Blume hat ein Vogel,
2. Anna Blume ist rot.
3. Welche Farbe hat der Vogel?
Blau ist die Farbe Deines gelben Haares,
Rot ist die Farbe Deines grünen Vogels.
Du schlichtes Mädchen im Alltagskleid,
Du liebes grünes Tier, ich liebe Dir!
Du Deiner Dich Dir, ich Dir, Du mir, ---- wir!
Das gehört beiläufig in die ---- Glutenkiste.
Anna Blume, Anna, A----N----N----A!
Ich träufle Deinen Namen.
Dein Name tropft wie weiches Rindertalg.
Weißt Du es Anna, weißt Du es schon,
Man kann Dich auch von hinten lesen.
Und Du, Du Herrlichste von allen,
Du bist von hinten, wie von vorne:
A------N------N------A.
Rindertalg träufelt STREICHELN über meinen Rücken.
Anna Blume,
Du tropfes Tier,
Ich-------liebe-------Dir!


Kurt Schwitters

9
Okt
2006

An einen Freund

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Weil du mich, Freund, beschenkst mit dir,
So dank ich billig dir mit mir.
Nimm hin deswegen mich für dich;
Ich sei dir du; sei du mir ich.

Friedrich von Logau (1604-1655)

4
Okt
2006

Kunst

Ein Mensch malt, von Begeisterung wild,
Drei Jahre lang an einem Bild.
Dann legt er stolz den Pinsel hin
Und sagt: "Da steckt viel Arbeit drin."
Doch damit war´s auch leider aus:
Die Arbeit kam nicht mehr heraus.

Eugen Roth

2
Okt
2006

Heimweh

Kraienstroote-37-
Irgendwo am Wegesrand
muß doch meine Heimat liegen,
irgendwo auch wartest du,
um mich in den Schlaf zu wiegen,
und ich weiß, in deiner Hut
schlief es sich sehr tief und gut.
Liebe Mutter!

Manchmal, wie vom Glück gegrüßt,
schreck ich auf mit süßem Bangen-
Bin ich nicht denselben Weg
einst an deiner Hand gegangen?
Rundet heimlich sich der Kreis?
Ach, daß ich das Ziel nicht weiß.
Liebe Mutter!

Komm, ach komm zu deinem Kind,
gib mir deine kühlen Hände,
weil ich arm und müde bin
und der Weg nimmt nie ein Ende -
Wandern soll ich immerzu -
Sing mir du mein Herz zur Ruh.
Liebe Mutter!

Ina Seidel

28
Sep
2006

Für Marcel

de tijd

in deze tuin
heeft de tijd
geen gezicht
geen bestaan
ik weet niet hoe lang
of hoe kort
ik hier al
heb gestaan.

Dieneke Hendriks

Blumen-257

26
Sep
2006

Kunst

Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.

Paul Klee

klee

25
Sep
2006

An die Nachgeborenen

brechtI

Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn
Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende
Hat die furchtbare Nachricht
Nur noch nicht empfangen.
Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
Der dort ruhig über die Straße geht
Ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde
Die in Not sind?

Es ist wahr: ich verdiene noch meinen Unterhalt.
Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts
Von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich satt zu essen.
Zufällig bin ich verschont. (Wenn mein Glück aussetzt, bin ich verloren.)

Man sagt mir: Iß und trink du! Sei froh, dass du hast!
Aber wie kann ich essen und trinken, wenn
Ich es dem Hungernden entreiße, was ich esse, und
Mein Glas Wasser einem Verdurstenden fehlt?
Und doch esse und trinke ich.

Ich wäre gerne auch weise.
In den alten Büchern steht, was weise ist:
Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit
Ohne Furcht verbringen.
Auch ohne Gewalt auskommen
Böses mit Gutem vergelten
Seine Wünsche nicht erfüllen, sondern vergessen
Gilt für weise.
Alles das kann ich nicht:
Wahrlich, ich lebe in finsteren Zeiten!

II.

In die Städte kam ich zur Zeit der Unordnung
Als da Hunger herrschte.
Unter die Menschen kam ich zur Zeit des Aufruhrs
Und ich empörte mich mit ihnen.
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.

Mein Essen aß ich zwischen den Schlachten
Schlafen legte ich mich unter die Mörder
Der Liebe pflegte ich achtlos
Und die Natur sah ich ohne Geduld.
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.

Die Straßen führten in den Sumpf zu meiner Zeit.
Die Sprache verriet mich dem Schlächter.
Ich vermochte nur wenig. Aber die Herrschenden
Saßen ohne mich sicherer, das hoffte ich.
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.

Die Kräfte waren gering. Das Ziel
Lag in großer Ferne.
Es war deutlich sichtbar, wenn auch für mich
Kaum zu erreichen.
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.

III

Ihr, die ihr auftauchen werdet aus der Flut
In der wir untergegangen sind
Gedenkt
Wenn ihr von unsern Schwächen sprecht
Auch der finsteren Zeit
Der ihr entronnen seid.

Gingen wir doch, öfter als die Schuhe die Länder wechselnd
Durch die Kriege der Klassen, verzweifelt
Wenn da nur Unrecht war und keine Empörung.

Dabei wissen wir doch:
Auch der Hass gegen die Niedrigkeit
Verzerrt die Züge.
Auch der Zorn über das Unrecht
Macht die Stimme heiser. Ach, wir
Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
Konnten selber nicht freundlich sein.

Ihr aber, wenn es soweit sein wird
Dass der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
Gedenkt unsrer
Mit Nachsicht.

Bertolt Brecht
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